Bischof von Arabien segnet die Marienorgel

Alt- Neuöttinger Anzeiger, 08.05.2015

Dass Dr. Paul Hinder überhaupt in Altötting weilt, hat freilich einen anderen Grund. Er wird am Sonntag im Rahmen der Pontifikalmesse in der Basilika, Beginn 10 Uhr, die Marienorgel segnen. Das Instrument wurde von Grund auf renoviert - die letzte Maßnahme im Zuge der insgesamt rund 7,5 Millionen Euro teuren General-Sanierung des Gotteshauses. Wer mehr über die Marienorgel erfahren will, hat am Nachmittag Gelegenheit: Eine Orgelführung wird angeboten, Beginn ist um 14 Uhr.

Der Aufstieg von Paul Hinder, der erst kürzlich 73 Jahre alt wurde, begann 1989: 27 Jahre, nachdem er dem Orden beigetreten war, wurde er Provinzial der Schweizer Kapuziner. 1994 folgte mit der Wahl in den Generalrat der nächste Schritt. Auch heißt es, er hätte gute Chancen gehabt, Generalminister und damit erster Mann des Ordens zu werden - wenn er denn Bartträger gewesen wäre. Ein solcher ist er bis heute nicht geworden, wohl aber der in Abu Dhabi residierende Bischof von Arabien. Im März 2005 trat er dieses Amt an.

Das Apostolische Vikariat Südliches Arabien ist mit über 900 000 Quadratkilometern eines der größten Bistümer weltweit und umfasst den Jemen, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate. Bei den Katholiken dort handelt es sich um Gastarbeiter aus Ländern wie Indien, Pakistan oder den Philippinen.

Mit großem diplomatischem Geschick verteidigt Bischof Hinder die Interessen der Kirche. Mit dem gleichen Feingefühl versucht er, unter den westlichen Christen die Vorurteile gegenüber dem Islam abzubauen. Wenn andere sich lauthals entrüsten, bleibt Bischof Hinder ruhig und besonnen, ohne die Lage zu beschönigen.

Immer wieder befasst sich Bischof Paul Hinder auch mit der Angst vor einer Islamisierung Westeuropas. Seine These: Die Muslime werden stärker, weil die Christen ihren Glauben zu wenig überzeugend leben.         – sh

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